Lebenslauf von Rudi Kaske

Rudi Kaske wurde am 22. Mai 1955 in Wien geboren. Bei Familie Kaske herrschte keine traditionelle Aufgabenteilung vor. Aufgrund des Altersunterschieds der Eltern wuchs Rudi als  „Nachzügler“  und dritter Sohn der Familie insbesondere unter der Obhut seines Vaters auf, der bereits in Pension war, während seine Mutter als Krankenschwester arbeitete.

Anfang der 1970er Jahre wurde die Wahl von JugendvertrauensrätInnen gesetzlich verankert. © Archiv, ÖGB

Nach der Pflichtschule absolvierte Rudi Kaske die Lehre zum Koch im Hotel Intercontinental. Schon während seiner Lehrzeit engagierte er sich für seine KollegInnen im Betrieb und in der Gewerkschaft. Rudi Kaske war einer der Initiatoren der Aktion M wie Mitbestimmung. Ziel der Aktion war es, ein Gesetz zu erreichen, das den Jugendlichen im Betrieb eine eigene Vertretung sicherte.  Das gelang: Anfang der 1970er Jahre wurde die Wahl von JugendvertrauensrätInnen gesetzlich verankert.

Rudi Kaske wurde 1974 Jugendsekretär in der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst. © Archiv, Vida

Rudi Kaske wurde zu einem der ersten Jugendvertrauensräte in Österreich gewählt. Auch in der Lehre war er erfolgreich, was auch mehrfache Auszeichnungen bei Berufswettbewerben belegen. Dennoch wechselte Rudi Kaske bald nach der Kochlehre seinen Beruf: Er wurde 1974 Jugendsekretär in der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD) und 1987 zum jüngsten Zentralsekretär der Gewerkschaft gewählt. 1995 folgte die Wahl zum Vorsitzenden.

Unter Rudi Kaske griff die Gewerkschaft auch zu kreativem Protest, um ihre Forderungen durchzusetzen. © Archiv, ÖGB

Unter Rudi Kaske griff die Gewerkschaft auch zu kreativem Protest, um ihre Forderungen durchzusetzen. Legendär sind „Gasthausbesuche“,  bei denen  GewerkschafterInnen stundenlang bei einem Glas Wasser in den Gaststuben verharrten. Zu den Erfolgen dieser Zeit zählen die Durchsetzung der 5-Tage-Woche im Tourismus und die Abwehr diverser Versuche von FinanzministerInnen, die Trinkgelder im Dienstleistungsbereich zu besteuern. Letzteres hätte insbesondere die Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe sowie bei den Friseuren getroffen.

Im Dezember 2006 wurde Rudi Kaske zum Vorsitzenden der neuen Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida gewählt.  © Barbara Weber, Vida Archiv

Beim Zusammenschluss der HGPD mit der Gewerkschaft der Eisenbahner und der Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr im Dezember 2006 wurde Rudi Kaske zum Vorsitzenden der neuen Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida gewählt. Kaske stand bis zum Dezember 2012 an der Spitze der vida. In dieser Zeit gelang es, für einige Berufsgruppen, darunter für die Beschäftigten in der Reinigung sowie im Hotel- und Gastgewerbe einen Mindestlohn von mehr als 1.300 Euro auszuhandeln.

Seit März 2013 ist Rudi Kaske Präsident der AK Wien und der Bundesarbeitskammer.  © Alexandra Kromus, AK

Im Oktober 2012 wurde Rudi Kaske zum Vizepräsidenten der AK Wien gewählt. Seit März 2013 ist Rudi Kaske Präsident der AK Wien und der Bundesarbeitskammer. Gemeinsam mit den Gewerkschaften macht sich Rudi Kaske dafür stark, dass Wohnen für alle ArbeitnehmerInnen leistbar ist. „Dafür braucht es einen Ausbau an geförderten Wohnungen und eine Mietrechtsreform, damit die Mieten im privaten Wohnbau nicht ins Unermessliche steigen.“

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